appointMeet: Mit Ergotherapeut Christoph Jungmann vom Klettergurt zur digitalen Patientenakte
Christoph Jungmann erzählt, wie er vom angestellten Ergotherapeuten zum erfolgreichen Selbstständigen wurde. Er berichtet über seinen Alltag, die Integration therapeutischen Kletterns und wie appointmed ihm hilft, Praxisorganisation mobil und effizient zu gestalten.

Der Tiroler Ergotherapeut Christoph Jungmann spricht über seinen Weg in die Selbstständigkeit, den mutigen Abschied vom Zettelchaos, und wie er mit appointmed heute mobile Freiheit zwischen Praxis und Kletterhalle genießt.
Bitte stell Dich kurz vor!
Ich bin Christoph Jungmann und ich arbeite seit 2012 als Ergotherapeut. Anfangs war ich lange in einem Therapiezentrum für Kinder angestellt. In der „Eule“ in Tirol: ein ambulantes Therapiezentrum für Kinder, mit mehreren Standorten. Mittlerweile heißt es „forKIDS.“ Da war ich mehrere Jahre 20–30 Stunden pro Woche angestellt.
Ich habe aber schon recht früh begonnen, nebenbei selbstständig zu arbeiten. Das war 2014/2015. Zunächst mit nur wenigen PatientInnen, und dann ist das Ganze immer mehr gewachsen. Dadurch bin auch ich immer mehr in meine Selbstständigkeit hineingewachsen, und bin seit Herbst 2021 rein in eigener Praxis tätig.
Wie bist Du zur Ergotherapie gekommen?
Ich habe immer schon gewusst, dass ich mit Menschen – und ganz speziell mit Kindern – arbeiten mag. Ich habe früher immer gern mit anderen Kindern gespielt, mich als Jugendlicher um sie gekümmert und sogar kurz überlegt, die Kindergartenschule zu besuchen. Letztendlich bin ich im Gymnasium geblieben und habe direkt danach studiert. Als Zivildiener habe ich im Altersheim gearbeitet und die Bewohner zur Therapie begleitet.
Damals hat zuerst Physiotherapie meine Neugierde geweckt. Darüber bin ich dann zufällig auch auf die Ergotherapie gestoßen. (lacht) Dieser Fachbereich hat mich dann noch mehr interessiert. Ich habe mich an der FH Gesundheit in Innsbruck beworben und habe die Aufnahme gleich bestanden. Das war nicht selbstverständlich und hat mich damals sehr gefreut, denn es ist relativ schwierig reinzukommen. Nach drei Jahren Ausbildung war ich ab 2012 dann auch gleich in der Pädiatrie tätig. Daneben habe ich zeitweise auch ein bisschen mit Schlaganfall-PatientInnen gearbeitet. Aber momentan arbeite ich nur noch mit Kindern.
Worauf hast Du Dich spezialisiert?
Grundsätzlich habe ich ein breit gefächertes Feld an PatientInnen. Die Hauptaltersgruppe ist bestimmt zwischen 5 und 9 Jahren. Ich habe in der Vergangenheit auch schon mit 2-jährigen Kindern gearbeitet. Momentan habe ich auch 16-, und 17-Jährige vereinzelt in Therapie. Aber das sind schon die oberen und unteren Ausreißer.
Auch die Diagnose ist wirklich sehr breit gefächert. Ich behandle Kinder mit einer Autismus-Diagnose oder viele ADHS-Diagnosen. Doch auch welche mit ganz klassischen Freimotorik-Störungen, bei welchen wir nach etwa zehn Therapiestunden prüfen, wie das mit dem Stifthalten und der Grafmotorik funktioniert, und das klappt dann auch alles wieder. Auf der anderen Seite gibt es auch Kinder, die ich über 3-5 Jahre begleiten darf.
Ich bin seit 2017 im Alpenverein tätig und biete Kletterkurse für Kinder an. Schon während meiner Ausbildung hatte ich den Gedanken, dass sich das Klettern ja eigentlich super mit der Therapie verknüpfen lässt.
Und dadurch habe ich die Möglichkeit bekommen, das therapeutische Klettern auch immer wieder in meine Arbeit mit einfließen zu lassen.

Merkst Du eine gesteigerte Akzeptanz für solche Ansätze?
Ja, auf jeden Fall. Es gibt einige Leute, die immer wieder anrufen und spezifisch nach dem therapeutischen Klettern fragen. Auch von Zuweisern anderer Disziplinen wird es auch oft empfohlen. Speziell aus dem Fachbereich Psychotherapie oder Psychologie, bei ADHS-Diagnosen.
Eine Zeit lang habe ich über den Alpenverein auch therapeutische Klettergruppen angeboten, so als Vereinsangebot. Das war total lässig und auch sehr gefragt. Es waren viele Kinder in der Gruppe. Das hab ich aber vor ein paar Jahren wieder beendet, weil ich es zeitlich nicht geschafft habe.
Inzwischen habe ich selber zwei kleine Kinder zuhause, zwei und vier Jahre alt. (lacht) Seit ein paar Jahren arbeite ich generell auch weniger. Früher habe ich am Freitagnachmittag noch Gruppen geleitet. Das ging teilweise bis 19 Uhr abends, aber das war mir dann einfach zu viel. Aber noch heute bekomme ich Anfragen zu therapeutischen Klettergruppen. Das ist sehr gefragt, aber Angebote gibt’s leider nur sehr wenige.
Was macht das Klettern aus therapeutischer Sicht so wertvoll?
Einer der größten Vorteile ist: Die Kinder gehen zum Klettern, und nicht zur Therapie.
Das klingt cooler und ist ein ganz anderer Motivations-Faktor. Sobald ein Kind – oder auch ein Erwachsener – die Kletterhalle betritt, entsteht ein natürlicher Aufforderungscharakter. Man will die Griffe angreifen, klettern, sich bewegen. Ich muss sie nicht groß motivieren oder anleiten, die Begeisterung ist sofort da. Und ‚mal abgesehen davon kommen natürlich ganz viele motorische Komponenten ins Spiel. Dazu noch Wahrnehmungskomponenten, Konzentration, Koordination.
Auch der psychosoziale Faktor spielt eine Rolle. Das Vertrauen: Ich muss mich auf jemand anderen verlassen. Oder das Selbstvertrauen und die Erfolgserlebnisse, die die Kinder auch bekommen, wenn sie dann etwas schaffen, das sie vorher vielleicht noch nicht geschafft hatten. Von dem her kann man das therapeutische Klettern einfach in so vielen Bereichen einsetzen und es hat so viele positive Erfolge.
Wie hast Du Deine Praxis denn „vor appointmed“ verwaltet?
Ich habe schon von Beginn an digital dokumentiert. Während meine KollegInnen damals noch handschriftlich unterwegs waren, habe ich schon immer am Laptop gearbeitet, für mich war das einfach effizienter.
Anfangs habe ich mir ein Ordnersystem aufgebaut, bei dem jeder Patient einen eigenen Ordner hatte. Aber im Hinterkopf habe ich mir natürlich auch ein paar Mal gedacht: Was wenn der Laptop abstürzt? Wie sicher ist das System wirklich? Ich habe zwar mit externen Festplatten und Cloud-Lösungen gearbeitet. Aber das Thema der Datensicherung hat mich weiterhin gewurmt.
Dann kam die Datenschutzgrundverordnung, und da brauchen wir eh nicht drüber reden. Es hat sich da einiges geändert bei den Cloud-Systemen, die dadurch nicht mehr erlaubt waren. Denn bei großen Cloud-Anbietern wie Dropbox und Co. werden ja die Daten außerhalb der EU gespeichert.
Es hat sich über die Jahre immer mehr herauskristallisiert, dass eine Praxissoftware schon cool wäre. (lacht)
Ich hab dann immer wieder so ein bisschen geschaut, aber war unschlüssig.

Wie hast Du appointmed gefunden?
Vor etwa zwei Jahren ist meine Suche konkreter geworden, ich wollte wirklich umstellen. Erstmal habe ich einen anderen Softwareanbieter getestet. Etwas Regionales, aber ich weiß jetzt auch nicht mehr, was es war.
Über eine Kollegin bin ich dann auf appointmed gekommen. Sie hat eure Praxissoftware schon genutzt und hat sie mir damals weiterempfohlen. Zuerst habe ich mich selbst zum Testen registriert und mir die Funktionen angeschaut. Dann habe ich mich mit der Kollegin zusammengesetzt, und sie hat mir einen Einblick gegeben, wie sie appointmed im „laufenden Betrieb“ verwendet. Das war sehr praktisch.
Ich habe mir gedacht, ich probiere das Arbeiten mit eurer Software einfach aus, weil ich eigentlich nichts verlieren kann. Und seitdem bin ich da.
Wie hat Dich appointmed überzeugt?
Natürlich erstmal die Absicherung des DSGVO-Themas und der gesetzlichen Vorgaben in der EU und in Österreich. Darüber hinaus deckt ihr alle Themen ab, die mir wichtig sind: Die Terminplanung, die Verrechnung und die Dokumentation.
Was mir auch gleich zugesagt hat, war die Möglichkeit appointmed auch mobil nutzen zu können. So habe ich auch Zugriff wenn ich außer Haus bin, in der Kletterhalle oder in einer Schule.
Letztens hatte ich ein Verletzungsgespräch, bei dem die Eltern den Befund nicht dabei hatten. Da konnte dafür am Handy in der Patientenakte nachschauen. Es ist schon praktisch, immer Zugriff auf die Daten und Dokumente zu haben. Oder einfach kurz nachschauen zu können. Ich fotografiere zum Beispiel auch die Zeichnungen der Kinder einfach ab und lade sie in die Patientenakte hoch. Die Zettel kann ich dann den Eltern mitgeben oder entsorgen. Aber ich habe keinen Zettelstapel mehr. Das ist eben auch ein super Gewinn, denn es spart viel Papierkram.
Auf welche Funktion möchtest Du gar nicht mehr verzichten?
Das ist bestimmt der Bereich der Verrechnung. Es funktioniert so simpel. Ich habe meine 10 Leistungen, kann alle auswählen und dafür auf Knopfdruck die Rechnung erstellen. Dann schaue ich noch kurz drüber, ob es passt, und dann bin ich fertig. Das ist schon einfach, es sind nur 3 Klicks. Es ist lässig, dass ich mir dadurch jeden Monat immer Zeit bei der Rechnungserstellung spare.
Du nutzt aktuell appointmed MINI mit zusätzlichen Add-Ons. Welche sind das?
Zum einen nutze ich die Funktion der Terminserien, um einen besseren Überblick über die Therapieeinheiten zu behalten. Und zum anderen brauche ich die Adress- und Kontaktverwaltung, um abweichende Rechnungsempfänger, beispielsweise das Land Tirol bei meinen Reha-PatientInnen, auswählen zu können.
In appointmed BASIC wären einige Funktionen dabei, die ich nicht nutze, aber MINI hätte mir nicht gereicht. Mit den zwei Add-Ons passt es für mich am besten.
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Kommen wir nochmal zu den einzelnen appointmed Funktionen.
Wie gefällt Dir der appointmed Kalender?
Der Kalender ist super, den nutze ich auch total viel. Vor der DSGVO-Einführung habe ich den Google-Kalender verwendet. Der Umstieg ist mir leicht gefallen, weil beides recht ähnlich funktioniert.
Was hältst Du von der Dokumentation?
Was ich super finde, sind die Optionen der Textformatierung. Ich kann Dinge hervorheben und farblich markieren, das ist mir wichtig. Denn ich verwende ein eigenes Farbsystem und orientiere mich in den Behandlungen danach. Grün bedeutet, es ist erledigt. Gelb zeigt an, dass etwas noch zu bearbeiten ist. Das hilft mir bei der Planung.
Innerhalb eines Doku-Eintrags erstelle ich mehrere Textblöcke. Das habe ich vor appointmed im Word-Dokument Seite für Seite angelegt, und auch ähnlich gehandhabt.
Es ist toll, dass ich meine frühere Art des Dokumentierens, die sich bewährt hat, auch in appointmed weiterführen kann.
Welche weiteren Funktionen der Patientenakte nutzt Du noch?
Ich nutze beispielsweise die Funktion der zusätzlichen Felder in den Stammdaten für weitere Kontaktdaten. So kann ich noch den Kontakt der Elternteile, LehrerInnen oder Sonderkindergarten-PädagogInnen erfassen.
Auch die Tags verwende ich um zu kategorisieren ob eine Verordnung, ein Bild oder Sonstiges noch fehlt. So weiß ich, ob ich nachfassen muss. Ich kategorisiere auch danach, ob es „Land-KlientInnen“ oder „Kassen-KlientInnen“ sind. Das hilft mir bei der Abrechnung. Ich kann am Ende des Monats nach „Land-KlientInnen“ filtern und diese abrechnen. Für die „Kassen-KlientInnen“ mache ich das immer am Ende von einem Block.
Von daher finde ich diese beiden Funktionen sehr hilfreich.
Welche 3 Begriffe assoziierst Du mit appointmed?
- Kommunikation.
- Struktur.
- Datensicherung.
Steckbrief
| Name: | Christoph Jungmann |
| Beruf: | Ergotherapeut |
| Praxis: | Klammstraße 7c 6250 Kundl |
| Website: | ergotherapie.jungmann.tirol |
| Bei uns seit: | Juni 2024 |
Fotos: Christoph Jungmann
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