Erfolgreich als Physiotherapeut für High Performer (mit Ronny Frank)

Ronny Frank ist Sportphysiotherapeut, Osteopath und Fitnesstrainer aus Würzburg – nach über zwölf Jahren im Profisport behandelt er heute Führungskräfte und Leistungsträger direkt bei ihnen zuhause oder im Büro. Im Interview erzählt er, wie sein mobiles Modell aus einer Corona-Notlösung entstand – und was Profisportler und High Performer gemeinsam haben.

Physiotherapeut Ronny Frank

Fit für Höchstleistungen

Diesmal sprechen wir mit Ronny Frank, Sportphysiotherapeut, Osteopath und Fitnesstrainer aus Würzburg, der nach über zwölf Jahren im Profisport den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat. Mit seiner mobilen Praxis – ganz ohne eigene Räumlichkeiten – behandelt er heute Profisportler, Führungskräfte und Leistungsträger direkt bei ihnen zuhause, im Büro oder auf dem Sportplatz.

Ronny erzählt, wie er seinen Patientenstamm schrittweise aufgebaut hat, warum Mundpropaganda am Anfang sein stärkstes Marketingtool war, wie er sich auf High Performer spezialisiert hat und was ihn letztlich dazu bewogen hat, den Profisport hinter sich zu lassen. Ein praxisnahes, ehrliches Gespräch – für alle, die den Weg in die Selbstständigkeit (besser) meistern wollen.

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Ronny, erzähl uns kurz, wie Dein beruflicher Weg als Therapeut ausgesehen hat.

Wie die meisten Physios habe ich nach meiner Ausbildung zunächst in einer ganz normalen Praxis angefangen. Den Grundstein für das, was später kommen sollte, habe ich aber eigentlich schon während der Ausbildungszeit gelegt – unbewusst, wie sich das im Nachhinein herausgestellt hat.

Ich habe damals einen alten Schulfreund gefragt, ob ich in meiner Heimatstadt Jena beim lokalen Basketballverein – die waren damals in der dritten Liga – gegen ein kleines Taschengeld massieren darf. Das war für mich ein sinnvollerer Nebenjob als irgendwo an einer Supermarktkasse zu stehen. Massieren konnte ich nach dem ersten Ausbildungsjahr bereits, also habe ich einmal pro Woche die großen Jungs behandelt. Nach einer Saison war das wieder vorbei – ich war happy damit und habe es nicht weiter verfolgt.

Danach bin ich nach Berlin gezogen, habe dort in einer normalen Praxis angefangen und verschiedene Weiterbildungen gemacht – manuelle Therapie, Lymphdrainage und einige andere, kleinere und größere Fortbildungen, wie man das als Physiotherapeut eben so macht.

Sieben Jahre später rief dann dieser alte Schulfreund wieder an – er war inzwischen Cheftrainer eines Zweitliga-Teams geworden, das gerade in die erste Liga aufgestiegen war. Er wollte die Betreuung professionalisieren, und zur Professionalisierung im Sport gehört natürlich auch ein Physiotherapeut. Da hat er an mich gedacht. Wir haben uns in Berlin auf einen Kaffee getroffen und kurze Zeit später war ich beim Mitteldeutschen Basketball Club in Weißenfels – quasi der Traum jedes Physios.

Von der normalen Praxis in den Spitzensport, von 0 auf 100, ohne große Vorbereitung. Ein Sprung ins kalte Wasser.

Aber ich hatte dort die Chance, eine Sportphysio-Ausbildung zu machen und meine ersten Erfahrungen im Profisport zu sammeln.

Nach einer Saison wollte ich eigentlich zurück nach Berlin – es war schon sehr viel Druck und sehr Spitzensport, das muss man wirklich wollen. Mir hat es super viel Spaß gemacht, aber mein Plan war trotzdem, wieder in meine alte Wohnung zurückzukehren. Dann kam am Ende der Saison das Angebot aus Würzburg. Den Trainer dort kannte ich auch aus meiner Schulzeit – er hatte ebenfalls die Trainerlaufbahn eingeschlagen. Ich habe zunächst nicht ab-, aber auch nicht zugesagt. Nach einigem Hin und Her bin ich dann tatsächlich in Würzburg gelandet und hatte auf einmal einen Dreijahresvertrag vor mir. Ich habe mir gedacht: Okay, drei Jahre mache ich das – und dann ist gut mit dem verrückten Leben im Profisport.

Aus drei Jahren wurden am Ende elf, zwölf Jahre. Im Profisport hat man kein Wochenende, keinen Feiertag – man arbeitet von August bis Mai fast durchgehend. Wenn der Trainer sagt, heute ist Training, dann ist Training. Als Physio ist man permanent abrufbereit. Es gab Höhen und Tiefen, Aufstiege und Abstiege, europäische Wettbewerbe, ein Preseason-Turnier in Japan – ich bin da gut rumgekommen und hatte eine wirklich gute Zeit. Aber irgendwann kam dann der Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass es Zeit für etwas Neues ist.

Was hat Dich letztendlich in die Selbstständigkeit geführt und Dir den Mut gegeben diese Richtung einzuschlagen?

Das ist eine gute Frage. Es war ein Zusammenspiel mehrerer Dinge. Ich war Vater geworden – zwei wundervolle Kinder – und der Profisport war auf einmal nicht mehr so kompatibel mit unserem Familienleben. Wochenenden weg, Feiertage weg, Weihnachten weg. Irgendwann sagt man sich: Ich möchte nicht noch mehr verpassen.

Ich hatte mir neben dem Profiteam immer auch einen kleinen privaten Patientenstamm aufgebaut – fernab der Profis – einfach um den Kontakt zum normalen PatientInnen nicht zu verlieren. Das lief parallel, in einem kleinen Rahmen. Dann kam Corona: Externe PatientInnen durften nicht mehr ins Trainingszentrum, damit sich die Profisportler nicht anstecken konnten. Auf einmal war dieser kleine Patientenstamm nicht mehr zugänglich. Und so bin ich zum ersten Mal zu den Leuten nach Hause gefahren.

Aus dieser Notlösung entstand die eigentliche Idee: Mobile Physiotherapie und Osteopathie anbieten, den Leuten einen echten Mehrwert bieten – kein Zeitstress, keine Parkplatzsuche, Behandlung direkt dort, wo sie sind.

Meine damaligen PatientInnen haben mich dazu motiviert, das als Geschäftsmodell weiterzudenken, und auch meine Familie hat mich bestärkt. Ich hatte mir das am Anfang ehrlich gesagt selbst nicht so recht zugetraut. Ich habe dann Gespräche mit einem Steuerberater geführt, mir klargemacht, dass ich einen gewissen Starterstamm an PatientInnen habe, der mir als erste Starthilfe dient – und habe es einfach gewagt. Dabei habe ich mir aber auch ein Hintertürchen offengelassen: Im Zweifelsfall hätte ich in einer der vielen Physiotherapie-Praxen in Würzburg sicher eine Anstellung gefunden. Diese innere Sicherheit hat mir geholfen, den Schritt zu machen.

Du fokussierst dich auf High Performer. Was genau versteht man darunter – und wie bist Du dazu gekommen, Dich auf diese Zielgruppe zu spezialisieren?

Der Transfer kam eigentlich sehr organisch. Im Profisport habe ich gelernt, mit Menschen zu arbeiten, die schnell Ergebnisse wollen, unter Druck stehen und wenig Zeit haben – also mit Trainern und Spielern, die ehrgeizig sind und klar auf ein Ziel hinarbeiten. Genau dieselbe Haltung findest du bei Führungskräften und Leistungsträgern aus der Wirtschaft: voller Terminplan, hohe Eigenanforderungen, wenig Spielraum für lange Ausfallzeiten.

Den entscheidenden Impuls, diese Gruppe wirklich als Zielgruppe zu formulieren, hat mir damals ein Patient gegeben – ein Geschäftsführer – der diese Idee in den Raum geworfen hat: die Zielgruppe so eng wie möglich definieren und den Mehrwert gezielt darauf ausrichten. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Seitdem ist das meine klare Positionierung: Ich arbeite für Menschen, die leisten wollen und müssen – und dafür brauchen, dass ihr Körper mitspielt.

Dabei geht es nicht nur darum, Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen zu behandeln – das ist natürlich auch ein großes Thema. Manchmal ist die eigentliche Herausforderung das Bremsen: Menschen, die dauerhaft unter Strom stehen, brauchen manchmal mehr Regeneration als Training. Da kommen Techniken aus der Osteopathie ins Spiel, die den Parasympathikus aktivieren, oder Methoden aus der Entspannungspädagogik – Achtsamkeit, gezielte Atemübungen, einfach mal innehalten.

Es geht darum, wieder in Balance zu kommen und zu verstehen: Regeneration ist kein Luxus, sondern Teil der Leistungsfähigkeit.

Was unterscheidet High-Performer-PatientInnen in der täglichen Arbeit von anderen?

Im Grunde haben alle PatienteInnen – ob High Performer oder nicht – ein Problem, das gelöst werden möchte. Schmerz, Bewegungseinschränkung, das Gefühl, nicht die gewohnte Leistung abrufen zu können. Insofern sind sie gar nicht so unterschiedlich.

Der Unterschied liegt eher in der Flexibilität, die man als Therapeut mitbringen muss. Wenn bei einem High Performer ein Termin kurzfristig verschoben werden muss, weil noch etwas dazwischengekommen ist, versuche ich zu reagieren und zu schieben. Das würde im normalen Praxisalltag so nicht funktionieren. Viele meiner KlientInnen arbeiten im Homeoffice oder haben sehr unregelmäßige Tagesstrukturen – die schätzen es, wenn ich auch mal zu einer anderen Zeit komme als ursprünglich ausgemacht war. Das ist ein echter Mehrwert meines mobilen Modells.

Wir hatten im hashtagPRAXIS Podcast auch schon Karl Bauer zu Gast, der als Heilmasseur mit seinem Fahrradmobil unterwegs ist. Du arbeitest auch komplett ohne eigene Praxis – wie kann man sich das vorstellen?

Ein Fahrradmobil wäre mir persönlich eigentlich auch am liebsten – ich überlege ernsthaft, wie ich das mit einem Lastenrad hinkriegen könnte, denn Bewegung vorleben ist mir wichtig. In der Praxis fahre ich aber mit dem Auto zu den KlientInnen, mit allem, was ich brauche: die mobile Behandlungsbank, Kleingeräte, manchmal auch größere Trainingsgeräte wie Kettlebells oder TRX-Schlingentrainer. In manchen Firmen, wo ich regelmäßig bin und Kurse gebe oder Trainings abhalte, sind diese Sachen schon in den Kursräumen vorbereitet. Das spart Zeit und macht das Setup einfacher.

Mein Einzugsgebiet ist Würzburg und Umgebung – ich möchte nicht mehr als eine halbe Stunde fahren, das macht sowohl zeitlich als auch wirtschaftlich Sinn. Wenn jemand von weiter weg kommt, kann ich mich gelegentlich bei einem befreundeten Kollegen in eine Praxis einmieten – aber das ist die Ausnahme, vielleicht ein bis zwei Mal im Monat.

Der ganz überwiegende Teil meiner Arbeit findet im Hausbesuch oder In-house-Treatment statt.

Mittlerweile bin ich auch regelmäßig in Firmen, wo ich so etwas wie eine Art Praxis vor Ort aufgebaut habe: Rückenschulkurse, Personal Training für Geschäftsführende und MitarbeiterInnen, osteopathische Behandlungen direkt im Büro. Das ist ein schönes, vielseitiges Klientel.

Was war der “exotischste” Ort an dem du behandelt hast?

Da gibt es einige. Ich war in einer CrossFit-Box, in winzigen Abstellkammern und in riesigen Büros mit tollem Panoramablick. Ich habe am Fußballfeld draußen behandelt und nun habe ich eine Autopraxis. Das gehört dazu und macht diesen Job für mich auch so abwechslungsreich.

Was war dein bewegendster Moment in all diesen Jahren?

Die Aufstiege mit den Basketballern waren schon etwas ganz Besonderes. Wenn man eine ganze Saison lang für ein gemeinsames Ziel schwitzt und arbeitet, wird man zu einer Art Familie. Man verbringt mehr Zeit mit den Trainern und Spielern als mit der eigenen Familie. Und dann ist so ein Aufstieg der Preis dafür. Ich habe vielleicht nur ein paar Prozent dazu beigetragen – aber dieses Gefühl, Teil davon zu sein, ist sehr emotional und besonders.

Genauso bewegend sind aber die Momente im ganz normalen Alltag. Zuletzt stand eine Mutter einen Tag nach der Behandlung mit Tränen in den Augen vor mir. Ich dachte kurz: Oh Gott, habe ich irgendetwas falsch gemacht? Aber sie war dankbar – vor Freude. Sie hatte mit ihrer Tochter schon keinen Rat mehr gewusst, war bei vielen Ärzten gewesen – und dann hat eine einzige Behandlung geholfen. Das war für mich auch ein Moment, wo ich selbst nicht wusste, wie mir geschieht. Oder ein Patient, der unbedingt in ein Surfcamp wollte, einen Tag vor seinem Flug nicht laufen konnte und dann glücklich war, dass alles gut geklappt hat und sogar surfen gehen konnte. Das sind die Geschichten, die man nicht vergisst.

Dieses direkte Feedback – das ist das Wundervolle an diesem Beruf. Man geht abends mit einem guten Gefühl zu Bett, weil man jemandem wirklich helfen konnte. Hilfe zur Selbsthilfe, Ängste nehmen, Vertrauen in den eigenen Körper stärken – das ist es, worum es wirklich geht.

Wie hast du anfangs PatientInnen gewonnen – und was hat sich im Lauf der Zeit verändert?

Am Anfang war ich, zugegeben, nicht besonders gut aufgestellt, was meine Online-Präsenz betrifft. Ich hatte zwar eine Website, wurde aber kaum über Google gefunden. Fast alle meine ersten PatientInnen kamen über Mundpropaganda – ich wurde buchstäblich als Geheimtipp herumgereicht. Das hat mich damals überrascht, aber nachträglich finde ich das auch schön: Wer über Weiterempfehlung kommt, vertraut dir von Anfang an.

Hilfreich war dabei natürlich auch, dass ich vorher im Profisport gearbeitet hatte und die Würzburger Basketballer in der Region sehr bekannt sind. Wer im Spitzensport unter Druck schnell Ergebnisse liefern muss und Menschen wieder fit macht, dem traut man auch im normalen Leben etwas zu. Das wirkt ein bisschen wie ein Vertrauensvorschuss – vielleicht auch wie ein kleiner Placebo-Effekt im Positiven. Und dann war natürlich auch der Service ein Argument: Man kann heute Termin buchen und morgen oder übermorgen kommt jemand zu dir nach Hause – das hat sich in der Region herumgesprochen.

Nach etwa einem Jahr der Selbstständigkeit habe ich dann eine professionellere Website aufgesetzt – mit eurem tollen Online-Buchungssystem. Seitdem können PatientInnen rund um die Uhr selbst einen Termin buchen, ich werde über Google gefunden und die Abläufe sind deutlich strukturierter.

Ich arbeite komplett papierlos: Mein Tablet ist mein zentrales Werkzeug. Befundaufnahme, Anamnesegespräch, Dokumentation, Abrechnung – alles an einem Ort.

Das ist nicht mehr vergleichbar mit dem ersten Jahr, wo ich noch mit Word-Dokumenten und Excel-Listen hantiert habe.

Wie sieht dein Arbeitsalltag in puncto Organisation und Verwaltung aus?

Ich starte morgens, nachdem ich die Kinder weggebracht habe, mit einem kurzen Moment zum Innehalten und Durchatmen – das ist mir wichtig, bevor der Tag richtig losgeht. Dann geht es an den Terminplan: Was steht heute an? Was steht diese Woche an? Ich organisiere mich wie gesagt komplett papierlos. Mein Tablet ist dabei immer dabei – ich habe wirklich keine Zettelwirtschaft mehr, und das erleichtert mir das Leben enorm.

Ich bin da vielleicht ehrlich gesagt auch nicht der Größte in bürokratischen Dingen – aber mit der richtigen Praxissoftware – in meinem Fall appointmed – läuft das wirklich gut.

Wenn ich mal eine Frage habe, habe ich innerhalb von zwei, drei Stunden eine Antwort vom Support. Das ist nicht selbstverständlich und war für mich ein echter Unterschied zu anderen Tools, die ich ausprobiert habe.

Neben Organisation und Verwaltung ist ja auch Marketing ein wichtiges Thema. Deine Website und dein Gesamtauftritt wirken sehr stimmig. Hast du das alles selbst entwickelt?

Ich hatte noch vor der Selbstständigkeit ein vorbereitendes Coaching gemacht, bei dem wir uns intensiv mit Fragen wie dem Avatar – also der Wunschzielgruppe – beschäftigt haben. Wir sind Step für Step durch verschiedene Bereiche gegangen: Wer sind meine KlientInnen? Was sind ihre Bedürfnisse? Was ist mein Angebot? Was unterscheidet mich? Irgendwann war diese Idee ausgereift und hatte Form angenommen.

Dieses Fundament hat mir dann auch das Futter für die Website gegeben, die dann mit etwas Verspätung online gegangen ist. Einen alten Schulfreund, der sich in dem Bereich professionell auskennt, habe ich gebeten, das Ganze in ein schönes Licht zu rücken. Manche Sachen müssen eben reifen und brauchen ihre Zeit – und das war scheinbar richtig so.

Gibt es etwas, das du rückblickend anders machen würdest?

Ja, ein paar Dinge schon. Ich war zwölf Jahre im Basketball – und auch wenn es eine super Zeit war, ich hätte vielleicht ein bis zwei Jahre früher in die Selbstständigkeit gehen sollen. Die letzten Jahre, als die Kinder bereits da waren, war das schon sehr herausfordernd. Wie schon gesagt: Wochenenden weg, Weihnachten weg, Feiertage weg – das war dann auch zum Teil schmerzlich, wenn man wieder los musste.

Ich hätte vielleicht auch früher digitalisieren und früher das Netzwerk aktiver nutzen sollen – nicht so viel alleine machen wollen. Coaching hätte ich früher gesucht, die richtige Software früher eingesetzt. Alles das hätte den Start erleichtert. Aber grundsätzlich gilt auch: Irgendwie ist es schon richtig so. Alles braucht seine Zeit. So go with the flow.

Was ist dein wichtigster Tipp für TherapeutInnen, die sich gerade selbstständig machen wollen?

Klarheit. Klarheit darüber, was man will und wohin man will. Das ist die Grundlage für alles andere. Und dann: einfach machen. Sich nicht von Ängsten leiten lassen. Die waren bei mir genauso da, aber ich habe trotzdem einfach gemacht – bin ins kalte Wasser gesprungen.

Ich erinnere mich an den Schritt von der normalen Praxis in das Basketball-Team, wo ich auf einmal den ganzen Tag Englisch sprechen musste. Das war für mich ein echter Horror-Gedanke davor und dann war aber alles gut. Man wächst an solchen Herausforderungen – fachlich und persönlich. 

Gesunde Routinen entwickeln und die auch vorleben – das ist mir wichtig. Selbst Sport treiben, innere Ruhe mitbringen, authentisch wirken. Nicht immer mehr tun wollen, sondern wenige Dinge wirklich richtig machen.

Und ein persönlicher Tipp aus meiner eigenen Geschichte: Schon während der Ausbildung aktiv sein, Kontakte knüpfen, Chancen ergreifen – auch wenn sie noch klein wirken. Ich habe damals beim Basketball massiert, ohne große Hintergedanken. Genau das hat sieben Jahre später den Einstieg in den Profisport ermöglicht. Und während der Ausbildungsferien habe ich bei einer Reise durch Thailand noch schnell die Thai-Massage-Ausbildung gemacht – und genau damit habe ich dann meinen ersten Job in Berlin in einer Praxis mit asiatischen Heilmethoden wie Shiatsu und Qigong bekommen. Man weiß nie, welche Weichen man gerade stellt. Einfach aktiv sein und Dinge tun.

Was tust du für deine eigene Selbstfürsorge?

Ich versuche jeden Tag Sport einzubauen – aber ohne dass das selbst zum Stress wird. Manchmal ist es nur ein Spaziergang, wenn der Akku schon leer ist. Dann ist es mal ein Eisbad, mal Bouldern mit einem Freund, dann Fußball spielen oder Krafttraining. Alles mit Sport tut mir gut – das versuche ich auch konsequent einzubauen.

Genauso wichtig ist mir Meditation. Wenn ein Termin ausfällt oder ich kurz Luft habe, versuche ich, wenig Zeit auf Social Media zu verbringen. Stattdessen lege ich mich hin, mache die Augen zu und atme. Zehn Minuten können reichen, um den Akku wieder aufzuladen, zu reflektieren, einfach mal inne zu halten. Das sind meine Hacks.

Und natürlich: viel Zeit mit der Familie verbringen.

Das ist auch das Schöne an der Selbstständigkeit – kein Chef sagt mir, wann und wie ich zu arbeiten habe.

Ich kann sagen: Heute arbeite ich sechs Stunden, und danach gehört der Rest des Tages meinen Kindern und meiner Familie. Vor allem das Wochenende gehört der Familie ich bestimme selbst über meine Zeit.

Wo kann man mehr über dich und deine Arbeit erfahren?

Am besten auf meiner Website ronnyfrank.com – und bald auch auf Instagram. Ich arbeite gerade daran, noch transparenter zu werden und meine Arbeit mehr in Bild und Farbe zu zeigen, damit die Leute mich besser kennenlernen können. Das ist mein nächstes Projekt: ein bisschen mehr in die Öffentlichkeit zu gehen und zu zeigen, was ich tue.

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AutorIn Info

AutorIn: Adela Inzinger

Adela Inzinger

Customer Success Specialist, appointmed GmbH

Ursprünglich aus dem HR und Recruiting Bereich kommend, ist Adelas wahre Stärke die persönliche Kommunikation mit Menschen. Sie ist die erste Anlaufstelle für Fragen aller Art und sorgt bei unseren Kunden für einen reibungslosen Ablauf mit appointmed.