Fachtagungen-Recap 2026: Von Wien bis Weimar – die Highlights aus der Gesundheitsbranche (mit Angela Sirch)
Angela Sirch ist Chefredakteurin von hashtagPRAXIS, dem Online-Magazin für selbstständige TherapeutInnen. Im Frühjahr und Sommer 2026 war sie für zahlreiche Fachtagungen unterwegs – von der Osteopathie über die Diätologie bis zur Ergotherapie, Psychologie und Logopädie, in Österreich und Deutschland. Im Gespräch mit Adela teilt sie ihre persönlichen Highlights, spannende Studienergebnisse und die roten Fäden, die sich durch alle Tagungen ziehen.

Zwischen Berufspolitik und Aufbruchsstimmung
In dieser Folge blicke ich gemeinsam mit Angela Sirch, Chefredakteurin vom Online-Magazin hashtagPRAXIS, auf die Fachtagungen der letzten Monate zurück. Von der Osteopathie-Fachtagung der OEGO über den Ernährungskongress der Diätologie Austria und die Tagung der Ergotherapie Austria bis hin zur Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie und dem dbl-Kongress in Deutschland war Angela mit Presseakkreditierung vor Ort. Im Gespräch erzählt sie von Eröffnungsreden, prägenden Vorträgen und Preisverleihungen – und zieht am Ende zwei rote Fäden, die sich durch alle Disziplinen ziehen: der anhaltende Kampf um berufspolitische Anerkennung und die ungebrochene Leidenschaft der Branche.
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Du warst in den letzten Monaten ja viel unterwegs, von Wien bis Weimar. Bevor wir loslegen – gibt es etwas, das Du unseren HörerInnen vorab mitgeben möchtest?
Ich freue mich sehr, heute ein bisschen über die Highlights von den Fachtagungen sprechen zu dürfen. Nur ganz kurz vorab ein kleiner Verweis: Wir haben in unserem Magazin nach jeder Fachtagung immer einen Recap-Artikel veröffentlicht. Die Links zu diesen Artikeln findest Du hier direkt in den Show Notes.
Mit welchen Fachtagungen möchtest Du beginnen?
Ich war im März und April auf gleich vier Fachtagungen – das war eine intensive Zeit. Den Beginn hat die Fachtagung der OEGO, der Österreichischen Gesellschaft für Osteopathie, gemacht, und in ihrer Eröffnungsrede hat Präsidentin Margit Halbfurter-Mandler gleich das primäre Ziel des Fachverbandes in den Mittelpunkt gestellt: die gesetzliche Anerkennung der Osteopathie als eigenständigen Gesundheitsberuf in Österreich. In 13 Ländern ist das schon der Fall, unter anderem bei den Nachbarn Italien und Deutschland – und da war klar, dass Österreich hier nicht hinterherhinken darf.
Es gab sehr viele spannende Vorträge zu ganz unterschiedlichen Themen wie Migräne oder Narben-Nachsorge. Es war ein Osteopath mit dabei, der im Spitzensport, genauer gesagt im Herrenfußball, tätig ist, mit dabei. Also wirklich breit gefächert. Mein persönliches Highlight war aber der Vortrag von Tania Singer zum Thema Empathie.
Sie hat zunächst die Unterscheidung zwischen Empathie und Mitgefühl herausgearbeitet: Bei der Empathie sinkt man stark ins Leid der anderen Person hinein, beim Mitgefühl bietet man Fürsorge und Stabilität, ohne selbst darin unterzugehen – ein wichtiges Thema für TherapeutInnen jeder Fachrichtung.
Anschließend hat sie über The ReSource-Projekt gesprochen, das der Frage nachgegangen ist, ob man Mitgefühl trainieren kann. Kleiner Spoiler: Ja, kann man. Ein spannender Ansatz war das dabei durchgeführte dyadische Training – 30 Minuten am Tag mit einer anderen Person telefonieren, wirklich zuhören und dann selbst gehört werden. Dabei hat sich gezeigt, dass sich sozialer Stress um bis zu 50 Prozent reduzieren lässt. Wenn man bedenkt, wie Burnout-gefährdet TherapeutInnen als Berufsgruppe sind, ist das ein wirklich spannender Punkt – und alles, was Stress im Praxisalltag reduzieren kann, ist auf jeden Fall gut. Aber das muss ich appointmed ja nicht sagen. Das ist ja auch euer vorrangiges Ziel.
Adela: Auf jeden Fall. Ich höre ich immer wieder in Interviews und Gesprächen als positives Feedback, dass unsere KundInnen sehr schätzen, wie viel Zeit und Arbeitsabläufe sie sich sparen und dass sie so den Mental Load stark verringern können.
Bei der Fachtagung der OEGO ist mir vor allem Vortrag über Leistungsmedizin im Profifußball ins Auge gesprungen und der Umstand, dass neben Athletik und Training auch Ernährung, Psychologie und Analyse eine große Rolle spielen. Wie eng arbeiten die Disziplinen hier zusammen?
Angela: Das ist definitiv ein Punkt, den ich bei jeder Fachtagung sehe:
Interdisziplinäre Zusammenarbeit wird immer wichtiger, weil das ja auch die Realität im Praxisalltag widerspiegelt.
Viele PatientInnen sind bei mehreren TherapeutInnen aus unterschiedlichen Fachrichtungen in Behandlung. Man sieht auf jeden Fall eine große Tendenz zu mehr Zusammenarbeit – auch weil man berufspolitisch oft ähnliche Ziele hat.
Mit welchem Kongress ging es danach weiter?
Als Nächstes war ich beim 43. Ernährungskongress der Diätologie Austria – Thema waren Mikronährstoffe und bioaktive Substanzen. Es gab auch etwas zu feiern: das 65-jährige Vereinsjubiläum. Präsidentin Andrea Hofbauer hat in ihrer Eröffnungsrede natürlich auch auf die berufspolitischen Forderungen hingewiesen: Das dringlichste Ziel der Diätologie Austria ist tatsächlich die Kostenübernahme diätologischer Leistungen durch die gesetzlichen Sozialversicherungsträger. Sie hat dabei eine ganz interessante Schätzung präsentiert:
Es wird geschätzt, dass jährlich eine Milliarde Euro an eigentlich vermeidbaren Gesundheitskosten anfällt, dadurch, dass ernährungstherapeutische Maßnahmen nicht so genutzt werden, wie sie es vielleicht könnten. Diese beachtliche Zahl hat mich dann doch überrascht.
Wie vielfältig die Sparte ist, hat man bei den DIAETAWARDS gesehen, die gleich zu Beginn in drei Kategorien vergeben wurden. Im Bereich Nachwuchs ging es um Cholin in der Ernährung: Die Preisträgerin hat mit Ernährungsprotokollen und Fragebögen bei Jugendlichen an Wiener Schulen gezeigt, dass die Cholin-Versorgung bei über 86 Prozent nicht optimal ist – mit dem Appell, die Ernährungsunterlagen entsprechend anzupassen.
Cholin hört man nicht so oft – kannst Du kurz erklären, worum es dabei geht?
Cholin ist wichtig für die Muskel- und Lebergesundheit. Bei einer Unterversorgung kann das zu Schäden führen, und gerade bei Jugendlichen ist das ein wichtiges Thema. Teenager waren generell eine häufig genannte Bevölkerungsgruppe, wenn es um Mikronährstoffe und Ähnliches geht, da der Körper in dieser Lebensphase einfach sehr viel arbeitet und es hier leicht zu Unterversorgungen kommen kann.
Der zweite Preis der DIAETAWARDS ging an einen digitalen Ernährungsbegleiter für onkologische PatientInnen – sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Der dritte Preis, im Bereich Wissenschaft und Forschung, drehte sich um gesundheitliche Chancengerechtigkeit: ein regionales Projekt aus der Steiermark namens „Gemeinsam gesund genießen“, bei dem ausgewertet wurde, wie viel ernährungstherapeutische Begleitung für sozioökonomisch benachteiligte, überdurchschnittlich von Übergewicht und Adipositas betroffene Gruppen bringt – mit sehr positiven Ergebnissen.
Das bringt mich gleich zur Fachtagung der Ergotherapie Austria, denn dort ging es ebenfalls um Chancengerechtigkeit. Präsidentin Marion Hackl hat in ihrer Eröffnungsrede betont, dass ErgotherapeutInnen die Rolle von GesundheitsfürsprecherInnen einnehmen: Sie treten in Institutionen und sozialen Systemen für Teilhabe ein und decken Barrieren auf. Das Programm war entsprechend vielfältig, von Non-Profit-Mentoring über LGBTQIA+-Themen bis zu einem Vortrag von Karim El-Gawhary zum Thema Völkerrecht.
Mein persönliches Highlight war der Vortrag von Barbara Bachmann darüber, wie die Ergotherapie von Geschlechterverhältnissen geprägt ist.
94 Prozent der ErgotherapeutInnen in Österreich sind weiblich.
Sie hat dazu ein Pamphlet aus den 1940er- oder 1950er-Jahren [Korrektur zum Podcast: Der Text „Minimum Standards for Training“ stammt aus dem Jahr 1926] aus den USA gezeigt, das zusammenfasst, was eine Ergotherapeutin alles können und mitbringen muss: sehr viel Fürsorglichkeit, Anpassungsfähigkeit, Selbstaufopferung – Eigenschaften, die bis heute sehr stark mit Frauen in Verbindung gebracht werden. Sie ging auch darauf ein, dass sogenannte „Frauenberufe“ oft mit geringerer Bezahlung, weniger Prestige und einer langsameren Professionalisierung einhergehen.
Werden die verbleibenden sechs Prozent der männlichen Ergotherapeuten aufgrund der damit verbundenen “Soft Skills” in dem Beruf vielleicht auch stigmatisiert oder anders wahrgenommen?
Ja, das ist auch ein Punkt, den sie in dem Vortrag angesprochen hat. Die Arbeit als Mann in einem sehr frauenlastigen Beruf wird natürlich auch oft von Vorurteilen begleitet. Auf der anderen Seite ist es aber auch spannenderweise so, dass Männer, obwohl sie in dem Beruf in der Minderheit sind, trotzdem sehr oft Führungspositionen einnehmen.
Deswegen war auch ihr klarer Appell, dass man selbstbewusster beruflich auftreten sollte, sowohl nach außen als auch nach innen, dass man sich vor allem auch mal der Geschichte der Ergotherapie bewusst wird, diese Machtstrukturen bewusster wahrnimmt und das vielleicht ein bisschen aufbricht und diese Vorurteile abbaut.
Also auf jeden Fall sehr spannend, weil ich wusste, dass die Ergotherapie sehr weiblich besetzt ist – aber dass sie so weiblich besetzt ist, das war für mich dann doch wieder eine Überraschung.
Welches Event folgte darauf?
Im April war ich außerdem auf der 16. Tagung der ÖGP, der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie, an der Paris-Lodron-Universität Salzburg – passenderweise im 60. Jubiläumsjahr des dortigen Psychologie-Studiengangs. Auch hier gab es ein sehr vielfältiges Programm: Symposien zu digitalen Medien, etwa wie Smartphone-Nutzung die Eltern-Kind-Interaktion oder den Schlafrhythmus beeinflusst, wie sich Social Media auf den Selbstwert von Jugendlichen auswirkt, aber auch das Smartphone als Ressource, zum Beispiel für Eltern. Es war also nicht nur negativ, sondern durchaus auch positiv beleuchtet. Ein weiterer spannender Vortrag drehte sich um geschlechtsspezifische Diagnostik und Behandlung von Männern. Die Fachtagung ging über zwei Tage, und am zweiten Tag hat Ramin Assadollahi zum Thema KI in der Psychologie gesprochen – ein Thema, das gerade viele Therapeutinnen und Therapeuten beschäftigt. Ich habe die Gelegenheit gleich genutzt und ihn für ein Interview angefragt, das es auch bei uns im Magazin nachzulesen gibt.
Adela: KI ist bei appointmed ein großes Thema. Hast Du das bei den Tagungen generell auch so wahrgenommen?
Angela: Absolut, das Thema KI ist aktuell in allen Bereichen von Praxisalltag und Therapie präsent. Bei praktisch jeder Fachtagung gibt es mittlerweile irgendwo ein Symposium oder einen Vortrag dazu. Mein persönliches Highlight bei der ÖGP war aber ein anderes Symposium, zum Thema Schadenfreude, Schädlichkeit und Schrecken. Da ging es um die Frage, was Menschen an negativen, schädlichen oder beängstigenden Medieninhalten anzieht – etwa Fail-Videos, in denen sich jemand verletzt oder stürzt, oder True-Crime-Podcasts, deren Hörerschaft übrigens auch zu rund 95 Prozent weiblich ist. Auch die Frage, warum man sich gerne Horrorfilme ansieht, kam vor.
Spannend fand ich die Erkenntnis, dass diese morbide Neugier im Gehirn mit Arealen zusammenhängt, die für Informationssuche, Neubewertung, kognitive Flexibilität und Theory of Mind zuständig sind.
Bei der Fachtagung der ÖGP ging es auch um männerspezifische Psychotherapie: Warum greift der klassische Therapieansatz bei männlichen Patienten oft nicht so gut?
Da kam, ähnlich wie schon bei der Ergotherapie, stark die Frage rein, wie Therapie nach außen wahrgenommen wird. Wir wissen, dass viele Männer gar nicht oder erst sehr spät Hilfe suchen. Ein wichtiger Punkt war deshalb, wie man das entstigmatisieren kann – etwa indem man in der Therapie direkt anspricht, wie das gesellschaftlich gesehen wird und wie stark das internalisiert ist, und Patienten darin bestärkt, dass es ein Zeichen von Stärke ist, sich Hilfe zu holen, wenn einen etwas im Alltag belastet oder einschränkt.
Adela: Das ist, wie ich finde, ein sehr wichtiges Thema, gerade auch in Disziplinen, die über die Psychologie oder Psychotherapie hinausgehen – damit man diese Alarmglocke auch dort präsent hat, dass sich zum Beispiel eine Tendenz zu einer Depression bei einem Mann ganz anders äußern kann als bei einer Patientin.
Wenn Du auf all diese Tagungen zurückblickst: Wo siehst Du die größte Gemeinsamkeit oder erkennst einen roten Faden?
Für mich gibt es zwei rote Fäden. Der eine ist berufspolitisch:
Die einzelnen Punkte variieren zwar, aber alle Berufsgruppen kämpfen laufend um Anerkennung, um Raum, um Stellenwert, um Ressourcen – obwohl es viele Studien gibt, die zeigen, welche präventive Kraft therapeutische Maßnahmen haben, egal in welcher Fachrichtung.
Wir wissen, dass sie Operationen verzögern oder sogar obsolet machen können, dass sie Burnout verhindern oder Krankenstände reduzieren, dass sie ältere Menschen länger in einem selbstbestimmten Leben halten – sie entlasten also das Gesundheitssystem insgesamt. Trotzdem braucht es oft einen sehr langen Atem, und wie man aktuell in Deutschland am GKV-Stabilisierungsgesetz sieht, werden bereits erkämpfte Fortschritte manchmal auch wieder zurückgebaut.
Der zweite rote Faden ist zum Glück ein schönerer:
Trotz dieser teilweise mühsamen Arbeit sieht man vor Ort bei den Fachtagungen sehr viel Optimismus, sehr viel Enthusiasmus und Leidenschaft für den Beruf, und die Events sind auch immer sehr gut besucht.
Man merkt, dass da sehr viel Wunsch nach Austausch und nach Vernetzen da ist und dass man sich gegenseitig auch stärken möchte, damit man wieder Kraft und Motivation für die berufspolitischen Themen hat. Und dazu kommt, was wir schon angesprochen haben: der Bereich Interdisziplinarität, aber auch die Vielfalt der Themen. Ich bin jetzt nicht mehr überrascht darüber, aber ich bin trotzdem immer wieder begeistert, wie vielfältig die Themen sind, was für tolle Forschungsprojekte es gibt und in wie viele Lebensbereiche therapeutische Maßnahmen und Therapie generell hineinreichen. Das ist immer wieder sehr spannend zu sehen.
Du warst neben den österreichischen Events auch in Deutschland unterwegs. Was waren hier Deine Stationen?
Ich war beim 54. dbl-Kongress vom Deutschen Bundesverband für Logopädie. Auch dort war das GKV-Stabilisierungsgesetz ein großes Thema, und Präsidentin Dagmar Karasch hat in ihrer Eröffnungsrede die zu langen Wartelisten und einen gewissen Frust über ausbleibende politische Reformen angesprochen – teilweise werden bereits geschaffene Strukturen sogar wieder zurückgebaut. Der Arbeitskreis Berufsgesetz wurde vor zehn Jahren gegründet – ein Jubiläum, das eigentlich zeigt, dass man das Ziel, ein neues Berufsgesetz mit voller Akademisierung, noch nicht erreicht hat. Wie der aktuelle Stand ist, kann man auch bei uns im Magazin nachlesen. Wir haben dazu ein Interview mit Antje Krüger vom Verband geführt.
Auch inhaltlich gab es wieder die angesprochene große Vielfalt: ein Symposium zu selektivem Mutismus bei Kindern und dazu, wie man das im Schulalltag gut begleiten kann, ein eigenes Symposium zur Stimmprävention im Lehrberuf, das ich besonders spannend fand, ein Vortrag zu Stottern und psychischer Gesundheit sowie ein Symposium zur logopädischen Versorgung von Menschen mit Demenzerkrankungen. Und natürlich war auch hier KI in der Logopädie wieder ein Thema.
Ein besonderes Highlight war für mich die Eröffnungs-Keynote mit dem Titel „Aus 12 mach 1“. Die Ausgangsfrage war: Machen wir eigentlich alle dasselbe? Es gibt zwölf Ausbildungsgänge im Bereich Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie und 13 GKV-Berufsbezeichnungen – aber eine gemeinsame Forderung nach einem einheitlichen Berufsgesetz. Dafür braucht es auch ein gemeinsames Selbstverständnis über diese unterschiedlichen Ausbildungen und Berufe hinweg. Die beiden Vortragenden, die aus unterschiedlichen Generationen kommen, haben das sehr charmant in Form eines Gesprächs umgesetzt.
Das Herzstück ihrer Präsentation waren vier ineinandergreifende Kreise: die kommunikativen Funktionen, die Aktivitäten, die Umwelt und die Identität – mit dem übergeordneten Ziel der kommunikativen Partizipation.
Die therapeutische Arbeit soll ein dialogischer Prozess mit den PatientInnen sein, bei dem viele Aspekte zusammenspielen: Beeinträchtigungen wirken sich zum Beispiel auch auf die psychische Gesundheit aus, und das muss in der Therapie wieder mitgedacht werden. Das haben die beiden so gut auf den Punkt gebracht, dass es tosenden Applaus und sogar ein paar Standing Ovations gab – ein wirklich guter Einstieg in die Tagung.
Was nimmst Du als Fazit aus all diesen Fachtagungen mit?
Man sieht vor Ort einfach, dass es einen sehr produktiven Austausch zwischen den Teilnehmenden und den Berufsverbänden gibt und dass die Veranstaltungen stark zum Netzwerken genutzt werden. Die Zusammenarbeit, die Interdisziplinarität und das gegenseitige Verständnis stehen dabei klar im Mittelpunkt. Und ich glaube, man kann noch viel selbstbewusster nach außen tragen, welche Vielfalt und welche wertvolle wissenschaftliche Arbeit in diesen ganzen Fachrichtungen passiert – gerade auch bei den Abschlussarbeiten, die ja dann sehr oft auch Preise gewinnen.
Da sind so viele spannende Forschungsthemen dabei – ich lerne jedes Mal sehr viel Neues dazu, und ich finde, das kann man noch viel mehr nach außen präsentieren und da sehr selbstbewusst auftreten. Man muss sich definitiv nicht verstecken.
Das ist ja auch eines unserer Ziele mit dem Online-Magazin hashtagPRAXIS: dass genau dieser Wert, der von TherapeutInnen geschaffen wird, noch mal präsenter dargestellt, aufgearbeitet, zusammengefasst und mit der Community geteilt wird. Man sieht ja auch, dass Weiterbildung und Fortbildung für viele TherapeutInnen einfach sehr wichtig ist. Man kann natürlich nicht immer überall dabei sein, man hat vielleicht nicht immer die Zeit – und da versuchen wir mit dem Magazin einen Beitrag zu leisten, damit man das, was man verpasst hat, in Ruhe in der Praxis oder von zu Hause aus nachlesen kann.
Möchtest Du zum Abschluss noch etwas sagen – und vielleicht einen Ausblick geben?
Nachdem wir jetzt einen Rückblick gemacht haben, können wir noch ein bisschen eine Vorschau machen: Im Dezember sind wir noch bei der Sportärztewoche Kaprun, dazu wird es dann auch wieder ein Recap geben. Und wir sind natürlich auch schon fleißig am Planen, bei welchen Fachtagungen wir nächstes Jahr wieder dabei sind. Grundsätzlich gibt es vom Magazin auch einen Newsletter, und wir sind natürlich auch auf Instagram und auf LinkedIn zu finden. Wer also auf dem Laufenden bleiben möchte, wo wir mit dabei sind – entweder mit einem Stand oder mit Presseakkreditierung, wenn ich mir viele Vorträge anhöre, über die ich danach schreibe –, der darf gerne folgen oder den Newsletter abonnieren. Da gibt es immer die neuesten Infos.
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