Kapitel 8: Das Leben als selbstständiger Physiotherapeut

Das Leben als selbstständiger Physiotherapeut

Photo by Dan Meyers on Unsplash

Liebe PhysiotherapeutInnen und alle, die es noch werden wollen!

Viel ist passiert seit meinem ersten Blog-Beitrag. Die eigene Praxis ist Schritt für Schritt entstanden und ihr konntet Teil dieser Reise sein. Mit diversen Tipps und Infos habe ich versucht, euch einen kleinen Wegweiser für den Weg in die Selbständigkeit aufzustellen. Nicht immer einfach – gespickt mit vielen Fragezeichen – hat sich die Mühe schlussendlich gelohnt und die Praxis konnte sich nach meinen Vorstellungen gut etablieren.

In diesem letzten Artikel meiner Kolumne werfe ich einen Blick zurück in die Ausbildung und stelle die Frage: Hat sie mich auf das Leben als selbstständiger Physiotherapeut gut vorbereitet?

Was man im Studium nicht lernt…

Welche Inhalte wären wichtig gewesen, die aber im Curriculum wenig bis keine Zeit gefunden haben oder vielleicht zeitlich einfach falsch dimensioniert wurden? Hier gibt es für mich persönlich immer dieselbe Antwort:

  • Buchhaltung
  • Rechnungswesen
  • Einnahmen- Ausgabenrechnung
  • Steuerrecht etc.

Wir hatten zwar ein Fach mit dem prägsamen Namen „BWL“; allerdings schon im ersten Semester… Da hat man noch 2 ½ Jahre Studium vor sich, und bis zum Ende der Ausbildung sind die Inhalte der Vorlesung leider großteils schon wieder vergessen. Hier ist also aus meiner Sicht die Reihenfolge das Problem. Eine BWL Vorlesung im 6. Semester würde um einiges mehr Sinn machen.

Viele von euch werden sich jetzt denken: “Na und? Ich studiere Physiotherapie und nicht Betriebswirtschaft. Wofür brauche ich diese Skills im Praxisalltag?”

Man ist als selbständige/r PhysiotherapeutIn auch für die Bereiche Geschäftsführung, Buchhaltung, Qualitätskontrolle, Einkauf und Verkauf zuständig und vereint all diese – und die anderen wichtigen Abteilungen eines Unternehmens – in der eigenen Person.

Betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Soft Skills (also soziale Kompetenzen) liegen genauso in eurer Verantwortung, wie die Behandlung der PatientInnen selbst. Genau deshalb wäre an dieser Stelle eine etwas fundiertere Ausbildung wünschenswert.

Reicht die Grundausbildung überhaupt für die Berufsausübung aus?

Gestapelte Becher

Photo by Lidya Nada on Unsplash

Im praktischen Alltag hat man mit den unterschiedlichsten PatientInnen zu tun. Ob orthopädisch, intensivmedizinisch, onkologisch oder eine andere Fachrichtung; es wird nie die/den eine/n LehrbuchpatientIn geben, die/der nach “Schema F” zu behandeln ist.

Die Ausbildung zum/zur PhysiotherapeutIn ist eine intensive Zeit. Es wird versucht, möglichst alle Fachrichtungen unterzubringen (manche mehr, manche weniger). Ich kann jedoch guten Gewissens behaupten, dass die “Grundausbildung” in Österreich doch eine sehr gute ist.

Hier wird erst einmal eine solide Basis geschaffen. Anhand zahlreicher Praktika bekommt man einen realistischen Eindruck von der Arbeit als PhysiotherapeutIn. Mit der Zeit kristallisiert sich vielleicht sogar das Interesse für eine bestimmte Fachrichtung oder eine erste Arbeitsstelle heraus.

Ich persönlich finde es wichtig, durch das Studium solide Grundkenntnisse zu erlangen und um sich dann im Anschluss speziell in seiner Disziplin weiterzubilden.

Was ich euch mit auf den Weg geben will…

In meinen Artikeln hier am Blog wollte ich euch ein Gefühl dafür vermitteln, dass das Arbeiten als Selbständige/r mehrere Disziplinen vereint. Die Arbeit besteht aus viel mehr als “nur” der Behandlung selbst, bringt aber auch gewisse Freiheiten, die man als AngestellteR wohl vermisst.

Ich schätze die Arbeit mit meinen PatientIinnen sehr, freue mich über positive Therapieverläufe und über die Tatsache, dass ich mir Urlaub nehmen kann wann ich will.

Das Arbeitsspektrum ist breit gefächert und es besteht stets die Möglichkeit, den eigenen Horizont in eine neue (Fach)Richtung zu erweitern – eine gute Möglichkeit, Monotonie aus unserem Tun fernzuhalten.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Erfolg bei eurer Ausbildung und ein gutes Gelingen mit eurer eigenen Praxis!

Euer Clemens.


Weitere Kapitel aus Clemens‘ Kolumne

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  2. Wichtige Behördenwege auf dem Weg in die Selbstständigkeit als Physiotherapeut
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  4. Was kostet die (Physio-) Welt?! Ein Blick auf die Kosten einer Physiotherapie Praxis.
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  6. Die Wahl der richtigen Tools: Praxissoftware oder doch „old school“ mit Stift und Papier?
  7. Warum ich appointmed in meiner Physio Praxis einsetze: Die Vorteile
  8. Das Leben als selbstständiger Physiotherapeut

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