Der stille Umbau: Wie appointmed für die KI-Zukunft neu entsteht

Chatbots, automatische Zusammenfassungen und digitale Assistenten: KI-Funktionen tauchen gerade überall in der Praxissoftware-Branche auf. Wir haben dazu bisher wenig gesagt – obwohl bei appointmed im Hintergrund längst viel passiert.

appointmed V2 – Der stille KI-Umbau

Es gibt kaum einen Anbieter in unserer Branche, der nicht gerade „KI“ irgendwo auf die Website schreibt. Ein Chatbot hier, ein „smarter“ Telefonassistent dort und eine automatische Doku-Zusammenfassung darf natürlich auch nicht fehlen. Viele dieser Funktionen können nützlich sein. Häufig wurden sie jedoch nachträglich in bestehende Software eingebaut – als zusätzliches Modul neben der eigentlichen Architektur.

Teilweise wurden auch ganze Unternehmen um ein einziges KI-Feature herum gegründet. Wie viel Werbung für Tools, die Deine Doku automatisch erstellen, hast Du zum Beispiel in den letzten Wochen gesehen? Wie verbreitet solche KI-only-Tools mittlerweile sind, merken wir auch selbst: Allein in den vergangenen sechs Monaten haben sich etwa 15 verschiedene Unternehmen mit derselben Idee – einer KI-gestützten Telefonassistenz – bei uns gemeldet und um eine Kooperation angefragt.

So nützlich eine einzelne Funktion isoliert betrachtet auch sein mag: Ihren eigentlichen Wert entfaltet sie erst im Zusammenhang mit dem Rest der Patientenakte – mit der Anamnese, dem Behandlungsverlauf und der bisherigen Dokumentation. Genau dieser Kontext fehlt einem Feature, das als eigenständiges Produkt losgelöst von der restlichen Praxissoftware existiert.

Deshalb gehört KI unserer Meinung nach IN eine gute Praxissoftware, nicht DANEBEN gebaut. Und genau hier setzen wir an.

Wir haben im Jahresrückblick 2025 bereits kurz angeschnitten, dass KI für uns 2025 vom Modewort zum echten Produktivitäts-Boost wurde. Heute wollen wir konkreter werden: wohin uns das bisher geführt hat – und wohin die Reise gehen wird.

Hier steht alles, was Du wissen musst 😉

appointmed wird aktuell von Grund auf neu entwickelt. Nicht, weil die bestehende Software nicht funktioniert, sondern weil zukünftige KI-Funktionen ein technisches Fundament benötigen, das Anamnese, Behandlungsverlauf, Dokumentation und Praxisorganisation sinnvoll zusammendenken kann.

Möglich wird dieser Neubau durch Agentic Coding: Dutzende KI-Agenten unterstützen unsere EntwicklerInnen parallel bei der Umsetzung, während Definition, Prüfung und Verantwortung beim Menschen bleiben. Zunächst wird ein Großteil des bestehenden appointmed nachgebaut und mit ausgewählten KundInnen getestet. Danach entsteht Schritt für Schritt eine Praxissoftware, die sich natürlicher in Deinen Arbeitsalltag einfügt und offen für künftige Technologien bleibt.


Der einfache Weg, den wir nicht gegangen sind.

Der einfache Weg wäre schnell gewesen: ein KI-Chatfenster in appointmed einbauen, Pressemitteilung schreiben, fertig. Kurzfristig hätte das für Sichtbarkeit gesorgt. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden.

appointmed verbindet nicht nur Termine, sondern die gesamte Patientenakte sowie die komplette Verrechnung. Ein nachträglich ergänztes Chatfenster wäre deshalb zwar eine KI-Funktion gewesen – aber noch lange keine Funktion, die den Praxisalltag wirklich versteht und sinnvoll mitdenkt.

Wir bauen KI nicht ein, nur damit wir KI draufschreiben können. Die Integration muss einen echten Mehrwert für unsere KundInnen bieten.

Diesen Satz haben wir schon im letzten Jahresrückblick geschrieben. Er gilt weiterhin – uneingeschränkt und mehr denn je.

appointmed entsteht neu. Von Grund auf.

Was wir bisher nicht so deutlich gesagt haben: Diese Haltung hat direkte Auswirkungen auf unsere Produktentwicklung. Wir arbeiten aktuell an einer kompletten Neuentwicklung von appointmed. Mit modernem Agentic Coding als Werkzeug und mit einer Architektur, in der KI von Anfang an mitgedacht wird – statt als Add-on am Ende.

Nicht, weil das bisherige appointmed – das täglich von über 3.500 TherapeutInnen verwendet wird – schlecht wäre. Im Gegenteil: appointmed hat über zehn Jahre lang bewiesen, dass es funktioniert. Für die nächste Evolutionsstufe braucht es jedoch ein Fundament, das genau dafür ausgelegt ist.

Der Unterschied wird sich weniger in einem großen „KI“-Button zeigen als im täglichen Arbeiten. Funktionen können vorhandene Zusammenhänge berücksichtigen, sich natürlicher in Deinen Praxisalltag einfügen und Dich unterstützen, ohne dafür einen zusätzlichen Umweg zu verlangen.

Der Hebel: Agentic Coding.

Von diesem Neubau von appointmed haben wir schon sehr lange geträumt. Mit unserem bewusst klein gehaltenen Team war der Aufwand bisher aber schlicht nicht zu stemmen. Ein solches Vorhaben parallel zum laufenden Betrieb umzusetzen, hätte Jahre gedauert. Agentic Coding hat das schlagartig geändert – und macht den Rewrite in dieser Form überhaupt erst möglich.

Aufgaben, für die wir früher etwa einen Monat gebraucht haben, erledigen wir heute teilweise in weniger als einer Woche.

Mit Agentic Coding wird der Developer vom Musiker zum Dirigenten eines ganzen Orchesters. Definiert wird, was am Ende herauskommen und funktionieren muss. Umgesetzt werden einzelne Arbeitspakete dann von Dutzenden parallel arbeitenden KI-Agenten.

Die Verantwortung bleibt beim Menschen.

Bei aller Automatisierung bleibt die Endkontrolle in der Entwicklung bei unseren EntwicklerInnen. Sie definieren die Anforderungen, prüfen die Ergebnisse und verantworten die Qualität. Dasselbe Grundprinzip gilt für KI-Funktionen in appointmed: Datenschutz steht dabei an oberster Stelle. Welche Daten eine Funktion verwenden darf und welche davon extern verfügbar sein können, wird streng geregelt.

Agentic Coding ist dabei kein gehyptes Konzept, über das wir zufällig gestolpert sind. Wir setzen KI-Werkzeuge in der Entwicklung bereits seit Anfang 2025 ein. Wir haben sie über Monate intern evaluiert und das Konzept an isolierten Projekten erprobt, bevor wir schließlich den Rewrite von appointmed damit in Angriff genommen haben – eine Herausforderung, die es in dieser Größenordnung bei appointmed bisher nicht im Ansatz gegeben hat.

Aha-Erlebnisse abseits des Developments.

Dass KI längst über die Grenzen des reinen Developments hinausgewachsen ist, zeigte sich auch abseits des Tagesgeschäfts. Im Februar war ich beim Tokyo Design Forum, einer kleinen, auf rund 50 Personen begrenzten Runde mit einigen der bekanntesten ProduktdesignerInnen der Welt – darunter Menschen mit Hintergrund bei Google, Adobe und Meta. Auch dort war KI im Produktdesign eines der zentralen Themen.

Ähnlich erging es appointmed CMO Mario Anfang des Jahres bei der d3con in Hamburg, einer der wichtigsten Konferenzen für digitales Marketing im deutschsprachigen Raum. Dort teilten unter anderem Unternehmen wie Ford, Deutsche Bahn und Tinder ihre Erfahrungen und Strategien. Ob Produktdesign, Entwicklung oder Marketing: KI ist längst in Bereichen angekommen, die weit über einzelne Chatbots hinausgehen.

Wie weitreichend diese Entwicklung sein könnte, brachte Real-Vision-Gründer Raoul Pal bereits 2024 in einem Podcast-Interview drastisch auf den Punkt: Für ihn ist KI die größte Innovation der Menschheit – vergleichbar höchstens mit der Spaltung des Atoms.

Was Du davon merkst.

Zugegeben, von der Spaltung des Atoms sind wir bei appointmed noch ein wenig entfernt. Technisch bauen wir zunächst einen Großteil von dem nach, was Du heute als appointmed kennst. Erst danach kommen neue Funktionen hinzu, nicht davor oder währenddessen.

Bevor der Wechsel für alle erfolgt, wird es Testläufe mit ausgewählten KundInnen geben. Das Ziel ist klar: Deine Praxis soll von der Umstellung im besten Fall kaum etwas mitbekommen – außer dass Du einmalig ein neues Passwort für den Login vergeben musst.

  • Kurzfristig ändert sich für Dich nichts. Dein appointmed funktioniert genauso weiter, wie Du es gewohnt bist, während wir im Hintergrund am neuen Fundament arbeiten.
  • Mittelfristig werden Funktionen hinzukommen, die sich nicht wie ein separates Zusatzmodul anfühlen, sondern wie ein natürlicher Teil Deines Arbeitsablaufs – von der Dokumentation bis zur Terminorganisation.
  • Langfristig wird appointmed zu einer Praxissoftware, die mitdenkt, ohne dass Du sie dafür erst umständlich konfigurieren musst. Die offene Architektur soll außerdem Raum für weitere Technologien und Drittanbieter schaffen. Denkbar ist zum Beispiel ein Marktplatz, über den sich zusätzliche Tools an appointmed „andocken“ lassen.

Wir bauen appointmed offen für zukünftige Technologien. Also auch für Möglichkeiten, die heute noch gar nicht absehbar sind.

Was Du von uns nicht bekommst.

Konkrete Feature-Ankündigungen mit fixer Deadline wirst Du hier nicht finden. Die kommen – wie immer bei uns – wenn die Zeit dafür reif ist. In der Softwareentwicklung ändern sich Prioritäten schnell. Deshalb konzentrieren wir uns lieber auf das Umsetzen als auf das Ankündigen.

Gerade in einem Markt, in dem derzeit viel angekündigt wird, halten wir das für den ehrlicheren Weg.

Wenn Du wissen möchtest, wie es weitergeht: Wir begleiten den Weg hin zu „appointmed V2“ hier im Blog mit einzelnen Updates. Tiefere Einblicke darin, wie wir denken und entscheiden, gibt es im Newsletter 👇. Wenn Du auf dem Laufenden bleiben möchtest, lohnt sich also ein Abo.

Fragen dazu kannst Du mir jederzeit direkt schreiben: patrik@appointmed.com.

– Patrik

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AutorIn Info

AutorIn: Patrik Inzinger

Patrik Inzinger

CEO, Co-Founder, appointmed GmbH

Nachdem er an einer Vielzahl von internationalen Projekten mit Kunden wie Audi, The Ritz Carlton und Pfizer gearbeitet hat, übernimmt Patrik die UI Konzeption und grafische Gestaltung von appointmed.