Top-Themen 2026: Vom Spargesetz bis Somatic Experiencing – was TherapeutInnen wirklich bewegt (mit Angela Sirch)
Gesetze, Fortbildungen, neue Therapieansätze und Digitalisierung: 2026 hat TherapeutInnen in Österreich und Deutschland in vielen Bereichen gefordert. Gemeinsam mit hashtagPRAXIS-Chefredakteurin Angela Sirch werfen wir einen Blick auf die Themen, die im Magazin und in der Community besonders präsent waren.

Die Top-Themen aus allen vier Magazinkategorien
Was hat TherapeutInnen in Deutschland und Österreich dieses Jahr am meisten bewegt? In dieser Folge plaudert hashtagPRAXIS-Chefredakteurin Angela mit Adela aus dem Magazin-Nähkästchen und blickt auf die Top-Themen der letzten Monate zurück.
Es geht um neue Gesetze, die den Praxisalltag spürbar verändern, um die Stimmung auf den Fachtagungen und um neue Wege in der Ausbildung. Dazu kommt eine Traumamethode, die beim Körper ansetzt statt beim Kopf. Und du erfährst, warum ein Blick ins Grüne mehr bewirken kann, als man denkt.
Hör' Dir die Folge auf Spotify an!
Um den Spotify Player anzuzeigen, aktiviere bitte Marketing-Cookies.
Alle Folgen auf: Spotify, Apple Podcasts, YouTube
Du bist Chefredakteurin von hashtagPRAXIS. Für alle, die das Magazin noch nicht kennen: Worum geht es da eigentlich?
hashtagPRAXIS ist das Online-Magazin für Therapie und Praxisführung – eine Wissensplattform für den Praxisalltag von Therapeutinnen und Therapeuten unterschiedlichster Fachrichtungen.
Therapeutinnen und Therapeuten tragen im Alltag sehr viele Hüte: Man ist nicht nur in der Therapie tätig, sondern kümmert sich auch um Buchhaltung und Social Media, bildet sich konstant weiter und versucht, bei Gesetzen, Steuern und Finanzplanung auf dem Laufenden zu bleiben. Das ist viel auf einmal, und der Tag hat nur 24 Stunden. Das Ziel des Magazins ist deshalb eine Plattform, auf der all diese Themen zusammenlaufen.
Heute geht es um Themen aus allen vier Magazinkategorien: Politik und Recht, Bildung und Events, Marketing und Management sowie Gesundheit und Wissen. Ich habe jene Themen herausgepickt, die das ganze Jahr über präsent waren – in den Medien, im direkten Austausch mit Therapeutinnen und Therapeuten und bei den Fachtagungen.
Politik und Recht
Starten wir mit einem Thema, das die Community in Deutschland gerade sehr stark beschäftigt: das GKV-Stabilisierungsgesetz 2026. Was steckt dahinter?
Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, wie es ganz offiziell heißt, geht nach wie vor wie ein Erdbeben durch das deutsche Gesundheitssystem und betrifft alle therapeutischen Fachrichtungen. Bundestag und Bundesrat haben es am 10. Juli 2026 verabschiedet. Der Hintergrund: Die gesetzliche Krankenversicherung steckt in einer Finanzkrise, die Ausgaben wachsen schneller als die Einnahmen. Die Antwort der Regierung ist ein Spargesetz – und ein großer Teil der Einsparungen soll ausgerechnet im Heilmittelbereich passieren.
Die wichtigsten Punkte:
- Vergütung: Die Vergütung von Heilmittelerbringern wird wieder an die Grundlohnsumme gekoppelt und zwischen 2027 und 2029 zusätzlich um einen Prozentpunkt abgesenkt. Das Problem: Die Grundlohnsumme wächst deutlich langsamer als die tatsächlichen Kosten der Praxen für Miete, Energie und Personal. Die Vergütung hinkt der Realität also hinterher – und Verbesserungen der letzten Jahre werden ein Stück weit wieder zunichtegemacht.
- Blankoverordnungen: Die Mehraufwandspauschale wird gestrichen. Der reale Mehraufwand, den Therapeutinnen und Therapeuten bei dieser Versorgungsform haben, wird damit nicht mehr abgegolten.
- Zuzahlung: Ab 2027 steigt die Heilmittelzuzahlung von bisher zehn Euro plus zehn Prozent der Behandlungskosten auf 15 Euro plus 15 Prozent – eine Steigerung um 50 Prozent. Kinder und Jugendliche bleiben zum Glück weiterhin befreit. Für die Praxen bedeutet das aber mehr Erklärungsbedarf, mehr Verwaltungsaufwand und die Gefahr, dass Menschen mit wenig Geld Therapien nicht mehr wahrnehmen können.
Besonders hart trifft das Gesetz die Psychotherapie. Dort gab es schon ab 1. April 2026 eine Honorarkürzung von minus 4,5 Prozent, und jetzt kommt das Gesetz noch obendrauf. Die meisten psychotherapeutischen Praxen arbeiten ohnehin schon an der Kapazitätsgrenze, Wartezeiten von mehreren Monaten sind leider keine Seltenheit.
Wenn wirtschaftliche Zwänge die Zahl der angebotenen Therapiestunden weiter begrenzen, trifft das eine ohnehin chronisch unterversorgte Gruppe: Menschen in psychischen Krisen, die schlicht keine Zeit haben, zu warten.
Einen kleinen Lichtblick gibt es: Der Bundestag hat parallel eine Entschließung beschlossen, die Nachbesserungen einfordert. Da ist also noch eine Tür offen. Ob es wirklich dazu kommt, ist eine andere Frage – das sehen wir in den nächsten Wochen und Monaten. Unser Artikel im Magazin wird laufend aktualisiert, sobald es Neues gibt.
Und in Österreich? Da hat sich ja auch einiges getan.
Ja, zum einen gibt es eine neue Regelung der Krankenkassen: Seit 1. April 2026 lehnen ÖGK, SVS und BVAEB die Kostenerstattung ab, wenn die Honorarnote von einer Gesellschaft oder einem Verein ausgestellt wird – also von einer GmbH oder UG – statt persönlich von der Therapeutin oder dem Therapeuten. Grundlage ist § 135 ASVG: Therapeutische Leistungen gelten nur dann als Krankenbehandlung, wenn sie freiberuflich und mit persönlicher Honorarnote erbracht werden. Wer in einer Gruppenpraxis arbeitet, die als Gesellschaft organisiert ist, sollte die eigene Rechnungslegung unbedingt prüfen – am besten gemeinsam mit einer Steuerberatung – und die Patientinnen und Patienten über die Änderung informieren.
Außerdem gibt es im Bereich Ausbildung etwas Neues: die FH-MTD-Ausbildungsverordnung. Sie ist ebenfalls seit 1. April 2026 in Kraft und löst die alte Verordnung aus dem Jahr 2006 ab. Für alle sieben MTD-Berufe gibt es jetzt eigene, konkrete Qualifikationsprofile. Praktisch relevant für die Praxis: Wer Studierende anleitet, braucht künftig mindestens ein Jahr facheinschlägige Erfahrung, und eine Anleitungsperson darf maximal zwei Studierende gleichzeitig betreuen.
Und gleich ein Eventtipp dazu: Das Forum der MTD Austria findet jährlich im November statt. Dort kann man sich zu diesem und anderen berufspolitischen Themen informieren und sich natürlich mit Kolleginnen und Kollegen austauschen.
Bildung und Events
Bei welchen Fachtagungen und Messen warst Du in diesem Jahr dabei, und was waren Deine Highlights?
Wir waren viel unterwegs – von Osteopathie, Diätologie, Ergotherapie und Psychologie bis hin zum großen Logopädie-Kongress in Weimar. Nach jeder Fachtagung gibt es auf hashtagPRAXIS.com einen Recap-Artikel für alle, die nicht dabei sein konnten, und in Episode 4 des Podcasts sind wir schon ausführlich darauf eingegangen – deshalb hier nur ein kleiner Teaser.
Für mich war es schön zu sehen, mit wie viel Leidenschaft die Leute bei ihrem Job sind, wie groß der Wunsch nach interdisziplinärer Zusammenarbeit und Vernetzung ist und wie tolle Forschungsprojekte es gibt.
Da wir dieses Jahr bei drei Fachtagungen gemeinsam mit einem Stand vertreten waren, gebe ich die Frage gern an dich zurück: Welchen Eindruck hast Du mitgenommen?
Adela: Durch den Stand hatten wir die Gelegenheit, sehr viele Menschen kennenzulernen und kurz über ihren Beruf zu sprechen. Der Tenor war bei allen Messen und Fachevents derselbe: Die Teilnehmenden haben sich irrsinnig gefreut, dass es wieder ein Event gibt, bei dem man unter seinesgleichen ist. Einmal über den Tellerrand blicken, dem eigenen Alltagstrott entfliehen und sehen, was die Trends in der Branche sind und was die Kolleginnen und Kollegen beschäftigt. In der Osteopathie ist es zum Beispiel der Wunsch nach mehr politischem Engagement, mehr Awareness für den Beruf und einer stärkeren Verankerung. In der Ergotherapie sind es Themen wie Chancengleichheit und Barrierefreiheit. Das Gefühl dahinter ist immer: „Hey, ich bin mit den Themen, die ich tagtäglich auf dem Tisch habe, nicht allein. Ich habe eine Community, ich habe Austausch, und ich werde über die neuesten Trends auf dem Laufenden gehalten.“ Man muss nicht jeden Monat auf ein Event gehen – aber ein- bis zweimal im Jahr schadet nicht. Wir haben durchwegs nur positive Stimmen gehört.
Angela: Das kann ich nur unterschreiben. Man sieht bei den Fachtagungen, wie wichtig Austausch, Forschung und Fortbildung für Therapeutinnen und Therapeuten sind. Dem tragen wir im Magazin Rechnung – nicht nur mit den Event-Recaps, sondern auch mit regelmäßigen Fortbildungstipps: Etwa zwei bis drei Monate im Voraus stellen wir einen Artikel mit Fortbildungen und Kongressen in Deutschland, Österreich und online zusammen und versuchen dabei, möglichst viele Fachrichtungen abzudecken. Denn viele wollen gern interdisziplinär über den Tellerrand blicken – in der Therapie spielt ja alles zusammen.
Was steht in den nächsten Monaten noch an?
Im Dezember sind wir mit hashtagPRAXIS bei der Sportärztewoche in Kaprun – auch dazu wird es wieder einen Recap geben. Außerdem planen wir gerade die Fachtagungen 2027, wobei März und April immer eine besonders intensive Zeit sind. Wer auf dem Laufenden bleiben will, folgt uns am besten auf Instagram und LinkedIn oder abonniert den Newsletter. Sobald fix ist, wo wir mit einem Stand vertreten sind – natürlich wieder gemeinsam mit appointmed –, erfahrt ihr es dort.
Ein großes Plus ist, dass man uns dort auch persönlich kennenlernen kann. Wir freuen uns immer, wenn jemand am Stand vorbeischaut oder einfach Hallo sagt – und wir sind offen für Gespräche und Feedback zum Podcast, zum Magazin und zu appointmed.
Ich sammle bei diesen Gesprächen auch immer fleißig Ideen. Dadurch bekomme ich zusätzliche Einblicke in den Praxisalltag und erfahre, welche Themen Therapeutinnen und Therapeuten gerade umtreiben.
Im Bereich Bildung geht es ja auch um Ausbildung und neue Studiengänge. Was gibt es da Neues?
Da kommt laufend etwas dazu. Im Sommersemester 2027 startet zum Beispiel an der FH Gesundheit Tirol das neue Masterstudium Ergotherapie und Handlungswissenschaften. Es richtet sich an Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten mit Berufserfahrung und bietet einen neuen Weg, sich karrieretechnisch und wissenschaftlich weiterzuentwickeln.
Ein besonderer Meilenstein, den wir auch im Magazin hatten, ist der Start des Masterstudiums Psychotherapie an den öffentlichen Universitäten in Österreich. Damit wird die akademische Ausbildung der Psychotherapie grundlegend neu aufgestellt. Das erste Aufnahmeverfahren ist bereits über die Bühne gegangen, die ersten Studierenden haben ihr Studium begonnen. Wer sich schon früh auf das nächste Testverfahren vorbereiten möchte, findet im Artikel alle Infos zur Zulassung fürs Wintersemester 2027 sowie hilfreiche Links zur Vorbereitung – der Artikel wird laufend aktualisiert.
Gesundheit und Wissen
In dieser Kategorie gibt es gerade einen Artikel, der viel Resonanz bekommt: Was ist eigentlich Somatic Experiencing?
Der Artikel ist bei unseren Leserinnen und Lesern aktuell richtig beliebt. Somatic Experiencing ist eine körperorientierte Traumamethode, die Peter Levine ins Leben gerufen hat. Die Grundidee: Trauma ist keine reine Kopfsache, sondern auch eine Dysregulation des Nervensystems – also auch eine körperliche Angelegenheit.
Wenn wir mit einer überwältigenden Situation konfrontiert sind, mobilisiert unser Körper enorme Energie für Kampf, Flucht oder Starre – die meisten kennen das als Fight, Flight, Freeze. Gelingt es nicht, diese Energie nach dem Ereignis vollständig abzubauen, bleibt sie im Körper stecken, und das Nervensystem verharrt im Alarmzustand, selbst wenn die Gefahr längst vorbei ist.
Levine kam darauf, weil er beobachtet hat, dass Wildtiere kaum Traumafolgestörungen entwickeln, obwohl sie ständig lebensbedrohlichen Situationen ausgesetzt sind. Der Grund: Sie bauen die mobilisierte Energie direkt nach dem Ereignis durch instinktives Zittern und Schütteln ab. Wir Menschen unterdrücken das oft – aus Scham oder aus gesellschaftlichen Normen heraus.
Deshalb arbeitet Somatic Experiencing anders als die klassische Gesprächstherapie nicht top-down, also über Sprache und Kognition, sondern bottom-up: zuerst über den Körper, dann über die Emotionen und zuletzt über den Verstand. Es ist einfach ein anderer Zugang zur Traumatherapie – und was besser funktioniert, ist sehr individuell. Ein Vorteil: Das Traumaereignis muss nicht wiedererlebt oder erzählt werden, was das Risiko einer Retraumatisierung deutlich senkt.
Drei Techniken bilden das Herzstück
- Tracking: das bewusste, unbewertete Wahrnehmen körperlicher Empfindungen.
- Titration: belastende Inhalte nur in kleinen, gut verträglichen Dosen angehen, damit das System nicht überflutet wird.
- Pendulation: das rhythmische Hin- und Herpendeln zwischen Anspannung und einer inneren Ressource, also einem Ort, an dem ich Ruhe finde – ein bisschen wie Ebbe und Flut.
Wichtig zur Einordnung: Somatic Experiencing ist eine geschützte Methode mit einer mehrjährigen, modularen Ausbildung inklusive verpflichtender Selbsterfahrung. Wer sie abgeschlossen hat, ist Somatic Experiencing Practitioner, kurz SEP. Bei Schocktraumata, Bindungstraumata oder Dissoziation gehört die Arbeit in professionelle Hände – darauf sollten auch Patientinnen und Patienten achten, wenn sie sich auf diesen Weg einlassen.
Marketing und Management
Adela: Dazu habe ich einen persönlichen Buchtipp: „The Body Keeps the Score“ von Bessel van der Kolk. Er ist Traumaforscher und ein Kollege von Peter Levine. Das Buch stellt in der Tiefe dar, wie sich die Traumaforschung historisch entwickelt hat und wie körperbasierte Techniken wie Somatic Experiencing Heilungserfolge bei traumatischen Erlebnissen ermöglicht haben.
Jetzt zu einem Thema, das auch uns bei appointmed sehr am Herzen liegt: die Praxis-Digitalisierung. Wo stehen Therapiepraxen 2026 in Sachen Digitalisierung?
Digitale Abrechnung, papierlose Verwaltung und natürlich KI sind aktuell große Dauerbrenner, die Therapeutinnen und Therapeuten stark beschäftigen. Das haben wir auch bei den Fachtagungen in den Gesprächen gemerkt. Auffällig ist, dass einige noch ganz am Anfang stehen, sehr analog unterwegs sind und sich fragen: „Wo fang ich überhaupt an?“ Dazu kommt oft die Angst vor dem einen großen Schritt von der analogen in die digitale Praxis: „Gerade ist viel los, was ist, wenn etwas verloren geht?“
Die Wahrheit ist: Der Zeitpunkt ist nie perfekt, und der ruhige Moment, in dem man sich ganz darauf konzentrieren kann, wird es vermutlich nie geben. Die andere Wahrheit: Der Umstieg ist weit weniger aufwendig, als sich die meisten vorstellen. Viele Ängste und Unsicherheiten sind gar nicht begründet.
Bei dem Thema bist Du ja die Expertin bei appointmed. Was wird am häufigsten an euch herangetragen, und wie kann man Therapeutinnen und Therapeuten die Angst vor dem Schritt in die Digitalisierung nehmen?
Adela: Das ist sehr individuell, denn es gibt Menschen, die digital affiner sind, und andere, die es weniger sind. Bei appointmed haben wir beide Gruppen. Die digital Affinen schätzen, dass sie auf allen Devices in kürzester Zeit dokumentieren und Rechnungen stellen können, papierlos arbeiten und dazu die Usability und das ansprechende Design genießen. Die andere Gruppe hat anfangs Berührungsängste – dafür bieten wir Support, kurze Erklärvideos, ein umfassendes Help Center und natürlich auch das persönliche Gespräch, wenn man einen Schritt nicht versteht oder eine Funktion nicht findet. Das Feedback ist durchwegs positiv: Durch das schlanke Design versteht man schon in der Testphase mit ein paar Klicks, was eine Funktion macht. Man braucht keinen großen Workshop. Deshalb kann man appointmed auch 14 Tage kostenfrei ausprobieren.
Mein zweites großes Thema ist die Zeitersparnis: Man schaufelt sich damit Luft frei – für Selbstfürsorge, für mehr Freizeit oder für mehr Patientinnen, Patienten und Klientinnen und Klienten. Das rechtfertigt auch das Investment, weil man in der Praxis dadurch mehr verdienen kann.
appointmed ist außerdem eine lebende Praxissoftware: Auf unserer Webseite findet ihr regelmäßig die Software-Updates mit allen Neuerungen und Verbesserungen. Besonders stark nachgefragt ist gerade, wie man noch automatisierter dokumentieren und sich in den Arbeitsabläufen noch mehr Zeit sparen kann. Beim Thema KI hat sich im Hintergrund bis zum Erscheinen dieser Folge vermutlich schon einiges getan. Bei Fragen schreibt uns gern direkt.
Angela: Im Bereich Marketing und Management geht es aber nicht nur um das, was im Hintergrund läuft, sondern auch um das, was im Vordergrund passiert. Ein Thema, das wir auch in einer eigenen Podcast-Episode vertieft haben, ist Healing Architecture – heilende Architektur.
Was steckt hinter „Healing Architecture“?
Das ist kein ästhetischer Trend, sondern ein wissenschaftlich fundierter Ansatz. Der Artikel dazu ist bei unseren Leserinnen und Lesern sehr beliebt. Oft zitiert wird eine Studie aus dem Jahr 1984: Patientinnen und Patienten mit Blick ins Grüne brauchten weniger Schmerzmittel und konnten schneller entlassen werden als Patientinnen und Patienten, die zum Beispiel auf eine Backsteinwand blickten. Das ist bis heute eine Grundlage für diese Richtung der Architektur.
Im Artikel gehen wir auf die sieben Prinzipien der Healing Architecture ein – von Licht und Aussicht über Natur und Interieur bis zu Orientierung und Sicherheit – und zeigen anhand von Best-Practice-Beispielen wie dem Kinderspital Zürich oder der Klinik Favoriten in Wien, die gerade groß umgebaut und erneuert wird, wie das konkret aussehen kann. Das Schöne: Auch wenn das Klinik- und Spitalsbeispiele sind, lassen sich die Prinzipien sehr gut in kleineren Therapiepraxen umsetzen und sorgen hoffentlich für einen zusätzlichen Heilungs- und Wohlfühlbonus.
In Episode 3 habe ich dazu den Architekten Thomas Abendroth interviewt, den Gründer von MedLounge – ein Architekturbüro, das auf Praxisgestaltung spezialisiert ist. Eine ganz spannende Folge mit vielen Tipps und Tricks aus der Praxis.
Jetzt sind wir durch alle vier Magazin-Kategorien spaziert – es hat mich sehr gefreut, ein bisschen aus dem Magazin-Nähkästchen zu plaudern und zu zeigen, was Therapeutinnen und Therapeuten in Österreich und Deutschland in diesem Jahr am meisten bewegt hat. Ich freue mich, wenn aus Hörerinnen und Hörern auch Leserinnen und Leser werden: Schaut rein auf hashtagPRAXIS.com, folgt uns auf Instagram und LinkedIn oder meldet euch für den Newsletter an. Der kommt einmal im Monat – nicht zu viel im Postfach – und bringt immer exklusive Goodies für den Praxisalltag mit.
💜💙
Wenn Dir dieser Artikel neue Impulse und einen guten Überblick gegeben hat, freuen wir uns über eine Bewertung überall, wo es Podcasts gibt – das hilft uns, mehr TherapeutInnen zu erreichen. Und wenn es Themen gibt, über die wir sprechen sollen, schreib uns gern dein Feedback. Vielen Dank fürs Lesen und alles Gute für deine Praxis!
AutorIn Info




